Vorkasse im Einkauf vermeiden | Prozessproblem lösen

Kivanc Karakoc // April 27  

Vorkasse, Kreditkarte, PayPal.

Wenn das die häufigsten Zahlungswege im Einkauf sind, liegt das Problem nicht bei der Zahlung.

Sondern im Prozess.

In vielen Unternehmen zeigt sich im Alltag immer wieder das gleiche Muster:

Der Fachbereich benötigt kurzfristig etwas.
Der Lieferant ist neu.
Es gibt keine Rahmenvereinbarung.
Kein Kreditor ist im System angelegt.

Also wird improvisiert.

→ Vorkasse per Überweisung
→ Zahlung per Firmenkreditkarte
→ oder sogar PayPal

Das funktioniert.

Zumindest auf den ersten Blick.

Und genau deshalb bleibt es bestehen.

Doch „funktioniert irgendwie“ ist kein stabiler Einkaufsprozess.

Es ist ein Workaround – und dieser wird mit der Zeit teuer.

Die typischen Folgen:

→ Keine Bestellung im ERP-System
→ Kein 3-Way-Match möglich
→ Fehlende oder unklare Belege
→ Nachträglicher Klärungsaufwand in der Buchhaltung
→ Kein sauberer Wareneingang
→ Fehlende Transparenz über den tatsächlichen Spend
→ Keine Bündelung oder Skaleneffekte

Im Ergebnis:

Einzelbedarfe werden isoliert abgewickelt – ohne Struktur, ohne Steuerung und ohne strategischen Hebel.

Besonders kritisch ist dabei:

Die entstehenden Kosten werden selten sichtbar.

Sie verteilen sich auf mehrere Bereiche:

→ Einkauf
→ Fachbereich
→ Buchhaltung

Und gehören damit am Ende niemandem.

Vorkasse ist daher kein Zahlungsproblem.

Sie ist ein klares Symptom dafür, dass Einmalbedarfe keinen strukturierten Prozess haben.

Die Lösung liegt nicht darin, Vorkasse einfach zu verbieten.

Die Lösung ist, die Ursache zu beheben:

Einen klar definierten, durchgängigen Prozess für Einmalbedarfe zu schaffen.

Ein Ansatz aus der Praxis ist das Ein-Kreditor-Modell:

→ ein zentraler Kreditor
→ Bestellung im System statt Workaround
→ Rechnung mit Zahlungsziel
→ vollständige und saubere Dokumentation
→ kein Einsatz von Kreditkarte oder Vorkasse notwendig

Das Ergebnis:

Weniger Abstimmungsaufwand.
Mehr Transparenz.
Ein sauber steuerbarer Einkaufsprozess.

Und vor allem:

Kein Improvisieren mehr im operativen Einkauf.

Die entscheidende Frage bleibt:

Habt ihr für Einmalbedarfe bereits einen klaren Prozess –
oder wird noch improvisiert?

Sie wollen mehr zu dem Thema erfahren? Dann buchen Sie gerne einen Termin mit einem unserer Experten. Wir unterstützen Sie gern.

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