Die Lage im Einkauf wird 2026 nicht einfacher.
Zwei aktuelle Entwicklungen zeigen sehr deutlich, wo wir gerade stehen:
1️⃣ Die Nachfrage schwächelt.
2️⃣ Die Risiken bleiben hoch.
Der aktuelle Einkaufsmanagerindex zeigt es klar:
Aufträge und Produktion gehen zurück, besonders im Konsum- und Vorleistungsbereich. Gleichzeitig verlängern sich Vorlaufzeiten wieder und die Einkaufspreise steigen erstmals seit fast drei Jahren.
Das ist kein Widerspruch.
Das ist Realität im Einkauf.
Weniger Bedarf heißt eben nicht automatisch weniger Risiko.
Im Gegenteil.
Kapazitätsengpässe bei Lieferanten, geopolitische Spannungen und steigende Kosten bei Metallen, Elektronik und Energie sorgen dafür, dass Lieferketten wieder fragiler werden – obwohl eigentlich weniger produziert wird.
Parallel dazu bleibt der Blick auf die Rohstoffmärkte ernüchternd.
China dominiert weiterhin zentrale Rohstoffe, insbesondere bei Seltenen Erden und Materialien für Digitalisierung und Energiewende.
Europa reagiert – aber langsam.
Der Critical Raw Materials Act wird helfen, aber nicht kurzfristig.
Was bedeutet das für den Einkauf?
Aus meiner Sicht ganz klar:
👉 2026 wird kein Jahr für reine Preisverhandlungen.
👉 2026 wird ein Jahr für Struktur, Risikomanagement und klare Prioritäten.
Ein paar Punkte, die ich aktuell vielen Unternehmen mitgebe:
– Transparenz schlägt Hoffnung
Wer seine Bedarfe, Abhängigkeiten und Risiken nicht sauber kennt, verliert Verhandlungsspielraum – egal ob bei steigenden oder fallenden Märkten.
– Energie & Rohstoffe gehören zusammen gedacht
Industriestrompreis, CO₂-Kosten, CBAM, Transport – das sind keine isolierten Themen. Der Einkauf muss Szenarien rechnen, nicht nur Preise vergleichen.
– Lieferantenbeziehungen werden strategischer
Kurzfristige Preisbindungen funktionieren immer schlechter. Partnerschaften, Flexibilität und Alternativen werden wichtiger als der letzte Prozentpunkt.
– Risiko schlägt Effizienz
Multisourcing, Multicountry, Second Sources – all das kostet kurzfristig Effizienz. Aber es sichert Lieferfähigkeit, wenn es darauf ankommt.
Trotz allem:
Die Geschäftsaussichten steigen wieder leicht.
Investitionen in Infrastruktur, Verteidigung und neue Produkte geben Hoffnung.
Aber nur für Unternehmen, die ihren Einkauf nicht als Bestellabteilung verstehen, sondern als Steuerungsfunktion.
2026 wird kein einfaches Jahr.
Aber für gut aufgestellte Einkaufsorganisationen kann es ein starkes werden.
Wie bereitet ihr euren Einkauf aktuell auf 2026 vor?
Einkauf 2026 – warum Struktur wichtiger wird als der letzte Prozentpunkt | KKSC
Kivanc Karakoc // Januar 26
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