Ich war in den letzten Jahren in unzähligen Einkaufsorganisationen unterwegs.
Und meistens erkenne ich innerhalb von wenigen Minuten, wie der Einkauf wirklich funktioniert.
Nicht an den Kennzahlen.
Nicht an der Organisationsstruktur.
Nicht an den Präsentationen.
Sondern an einer einfachen Frage:
Womit beschäftigt sich der Einkauf den ganzen Tag?
In vielen Unternehmen sieht der Alltag so aus:
Bestellungen anlegen.
Auftragsbestätigungen prüfen.
Liefertermine nachverfolgen.
Rechnungsabweichungen klären.
Rückfragen zwischen Fachbereich und Lieferant moderieren.
Der Einkauf ist ständig beschäftigt.
Aber er schafft kaum strategischen Wert.
Eine wirklich gute Einkaufsorganisation erkennt man an etwas anderem.
Der operative Einkauf läuft dort zu über 95 % automatisiert.
Bestellungen werden automatisch ausgelöst.
Auftragsbestätigungen automatisch geprüft.
Liefertermine automatisch überwacht.
Der operative Einkäufer greift nur noch ein, wenn etwas vom Standardprozess abweicht.
Management by Exception.
Das bedeutet in der Praxis zum Beispiel:
Von 5.000 Bestellungen laufen vielleicht 4.500 komplett automatisiert durch.
Nur bei Abweichungen wird eingegriffen.
Wenn eine Bestellung nicht rausgeht.
Wenn eine Auftragsbestätigung nicht passt.
Wenn ein Liefertermin abweicht.
Und genau dadurch entsteht plötzlich Zeit für das, worum es im Einkauf eigentlich gehen sollte:
Lieferantenstrategien entwickeln, Kostenstrukturen verstehen, Verhandlungen vorbereiten, Märkte analysieren und Innovationen mit Lieferanten treiben.
Spannend wird es aktuell zusätzlich durch den Einsatz von KI.
Viele Dinge, die früher Stunden gedauert haben, lassen sich heute massiv beschleunigen.
Zum Beispiel bei der Verhandlungsvorbereitung.
Preisbenchmarks, Marktinformationen, Lieferantendaten oder Kostenstrukturen lassen sich heute auf Knopfdruck aufbereiten.
Der Einkäufer entscheidet am Ende immer noch selbst.
Aber er startet mit deutlich besseren Informationen.
Für mich lässt sich das Ganze deshalb auf einen einfachen Satz reduzieren:
Der perfekte Einkauf ist ein Einkauf ohne operativen Einkauf.
Operativ läuft automatisiert. Strategisch arbeitet der Mensch.
Wie viel Zeit verbringt eure Einkaufsorganisation noch mit operativen Themen?
Operativer vs. strategischer Einkauf – warum Automatisierung entscheidend ist | KKSC
Kivanc Karakoc // März 17
Sie wollen mehr zu dem Thema erfahren? Dann buchen Sie gerne einen Termin mit einem unserer Experten. Wir unterstützen Sie gern.
