Kostenoptimierung reicht nicht mehr.
Und wer das 2026 noch glaubt, wird Probleme bekommen.
Beschaffung und Supply Chain stehen nicht vor einem weiteren „Change-Projekt“.
Sie stehen mitten in einem strukturellen Umbruch.
Geopolitik, volatile Märkte, Energiepreise, Regulierung, ESG, Lieferkettenrisiken.
All das ist kein Ausnahmezustand mehr.
Das ist der neue Normalzustand.
Was ich aktuell in vielen Unternehmen sehe:
Man versucht, neue Probleme mit alten Denkmustern zu lösen.
• lineare Lieferketten
• reines Preisdenken
• isolierte Digitalprojekte
• Risikomanagement erst, wenn es brennt
Das funktioniert nicht mehr.
Resilienz entsteht nicht durch mehr Excel.
Sondern durch Netzwerke.
Unternehmen müssen ihre Lieferketten als Ökosysteme verstehen:
mehrstufig, vernetzt, transparent.
Wer seine Abhängigkeiten nicht kennt, kann sie auch nicht steuern.
Technologie kann dabei helfen.
Aber nur, wenn sie richtig eingesetzt wird.
KI ist kein Selbstzweck.
Sie ist ein Enabler.
Der größte Fehler, den ich sehe:
Pilotprojekte ohne Zielbild.
Tools ohne Governance.
Dashboards ohne Entscheidungsrelevanz.
KI ersetzt dabei keine Erfahrung!
Sie verstärkt sie… oder macht schlechte Entscheidungen schneller.
Gleichzeitig verschärft sich der Zielkonflikt:
Kosten, Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit.
Wer Nachhaltigkeit isoliert betrachtet, verliert.
Wer sie integriert in Kosten-, Risiko- und Lieferantenstrategien, gewinnt.
Und dann kommt der wichtigste Punkt, der oft vergessen wird:
Organisation und Führung.
Resiliente Supply Chains entstehen nicht durch Strukturdiagramme.
Sondern durch klare Verantwortlichkeiten, schnelle Entscheidungen und Menschen, die Verantwortung übernehmen.
Zentral oder dezentral ist nicht die Frage.
Entscheidungsfähigkeit ist es.
Mein Fazit:
Beschaffung ist längst kein Kostenblock mehr.
Sie ist Steuerungsfunktion, Risikomanager, Innovationspartner und Wettbewerbsfaktor zugleich.
Unternehmen, die das verstanden haben, sind heute stabiler.
Und morgen deutlich schneller.
Transformation ist kein Projekt.
Sie ist Daueraufgabe.
Die Frage ist nicht, ob man sich verändert.
Sondern wie lange man es sich noch leisten kann, es nicht zu tun.
Kostenoptimierung reicht nicht mehr – warum Beschaffung 2026 neu gedacht werden muss | KKSC
Kivanc Karakoc // Februar 11
Sie wollen mehr zu dem Thema erfahren? Dann buchen Sie gerne einen Termin mit einem unserer Experten. Wir unterstützen Sie gern.
